Nachlese BAU 2013: Zurück zur Manufaktur?

Die „Zukunft des Bauens“ wird immer individueller und flexibler: Mehr Trends und Themen von der Weltleitmesse Architektur, Materialen, Systeme lesen Sie hier.

Noch professioneller und noch innovativer – so lautet das Fazit der Messe München zur BAU 2013. Wir haben uns durch’s Münchner Schneetreiben gekämpft und selbst auf der Messe umgeschaut. Fest steht: Ohne das Buzzword „Nachhaltigkeit“ kommt kaum einer mehr aus – was keine Überraschung ist – und immer mehr rückt die gestalterische Freiheit des Architekten in den Mittelpunkt der Präsentationen und Produkte der insgesamt 2060 Herstellern aus 41 Ländern.

Um sich in den 17 Hallen der Messe München während der BAU besser zurecht zu finden, hatten die BAU-Veranstalter in diesem Jahr erstmals auf ein zusätzliches Sortierungssystem gesetzt. Gezielt gesucht werden, konnte nicht nur nach Produkten und Materialien, sondern auch in übergeordneten Themengruppen wie „Fassaden“ oder „Bodenbeläge“. Den Überblick zu behalten, war trotzdem eine Herausforderung – insgesamt 235.000 Besucher, darunter 50.000 Architekten, verzeichnete die Messe über sechs Tage verteilt. Das sind in etwa so viele wie vor zwei Jahren – Zuwächse verzeichnete die BAU vor allem aus dem Ausland mit 60.000 Messegästen. Zur Eröffnung war neben dem deutschen Bauminister Peter Ramsauer auch der japanische Vizebauminister Kikukawa gekommen und mit ihm eine große Delegation. Beim offiziellen Rundgang wurden vor allem Stationen zu grünen Technologien und ökologischen Bauprodukten angesteuert.

Green Deal & Co

Energiewende und nachhaltiges Bauen waren die wichtigsten Leitthemen der diesjährigen Bau. 2020 rückt näher, die neue EnEV soll im Februar beschlossen werden und auch andernorts laufen Regierungsprogramme zur Sanierung von Gebäuden auf Hochtouren. Im Rahmenprogramm der Messe konnte man beispielsweise auch mehr zum „Green Deal“ in Großbritannien erfahren, durch den zukünftig bis zu 14 Millionen britische Privathäuser energetisch und vor allem kostengünstig saniert werden sollen.

Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) präsentierte auf der Messe ihren Produktnavigator mit einem erweiterten Angebot, der die Recherche für Architekten und Planer zu energieeffizienten und ökologischen Produkten weiter erleichtern und Transparenz schaffen soll. Zukünftig ist eine enge Kooperation zwischen DGNB und der Messe München geplant.

Individuell und flexibel

Neben „Energiewänden für die Energiewende“ (Messeslogan von Xella), Sanierung und Modernisierung, fiel vor allem ein Thema ins Auge: Viele Hersteller präsentierten eine immer größere Vielfalt, stellten die individuellen Kombinations- und Gestaltungsmöglichkeiten für den Architekten in den Vordergrund. Vor allem dank neuer Fertigungsprozesse und Technologien werden auch im Massenmarkt individuelle und flexible Lösungen möglich. „Der Trend geht zur Manufaktur“, wie es ein Architekt im filmischen Stimmungsbericht der BAU 2013 auf den Punkt bringt. Allen, die nicht selbst auf der Messe waren, seien neben den Produktfeatures auf der BauNetz Specialseite auch die Kurzfilme des BauNetz Messe-TV empfohlen. Darüber hinaus bieten Filmclips auf der Internetseite der BAU weitere Impressionen.

Promis, Preise, Praktika

Die Promi-Dichte im Rahmenprogramm der BAU 2013 war wie gewohnt hoch - von Patrick Schumacher über Christoph Ingenhoven, Stephan Behnisch bis hin zu Hani Rashid, Ben van Berkel und Daniel Libeskind. Aber auch in der Nische fanden sich echte Highlights wie der Vortrag von Thorsten Klooster über lichtreflektierenden Beton mit Glamourfaktor und anderen Hightech-Materialien am Bau. Jeden Tag gab’s Preisverleihungen – vom Nachwuchspreis der Bauwelt „Das erste Haus“, über zahlreiche Produktauszeichnungen, Fach- und Publikumspreise wie den Heinze Architektenaward bis hin zur Prämiierung der Sieger des über einen Turnus von zwei Jahren laufenden Studentenwettbewerbs der Archi-World-Academy. Der Preis für zwölf Teilnehmer war ein vier- bis sechsmonatiges Praktikum bei einem großen internationalen Architekturbüro.

(Franziska Eidner)

Links zum Thema:
Produktinnovationen auf der BAU
Best of BAU: BauNetz Messe-TV
Filme von der Messe München

(Fotos: Messe München GmbH - BAU 2013)

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