5 aus 42: Lange Nacht der Architektur

Tipps zur Langen Nacht der Architektur in München

42 Orte, verteilt auf zwölf verschiedene Routen, können am 18. Januar in München von 19 bis 24.00 Uhr bei der „Langen Nacht der Architektur“ zum Abschluss der BAU 2013 besichtigt werden. Weil das selbst in sechs Stunden kaum zu schaffen ist, haben wir unsere TOP 5 aus der Tourliste und einige weitere Tipps fürs nächtliche Sightseeing zusammengestellt.

Kurz vor’m Facelifting: HVB-Turm

Erste Station unser „Langen Nacht“ ist das Hochhaus der Hypovereinsbank am Arabellapark. Im Viertelstundentakt steuern die Busse der blauen Routen dieses Münchner Architekturwahrzeichen vom Odeonsplatz aus an. Es ist eines der bekanntesten und markantesten Hochhäuser der Stadt (Bauzeit: 1978-81 / Architekten: Bea und Walther Betz). Jahrelang war es auf allen EC-Karten der Bankengruppe abgebildet. Ab diesem Frühjahr wird der 114 Meter hohe Bau saniert und erhält eine komplette neue Fassade. Das geplante Facelifting des denkmalgeschützten Gebäudes und seine Entstehungsgeschichte werden mit Filmen und stündlichen Führungen am 18. Januar gezeigt. 

Danach geht’s mit der U4 (Haltestelle: Richard-Strauss-Platz) von einem der ältesten Münchner Hochhäuser zu seiner jüngsten vertikalen Sehenswürdigkeit am U-Bahnhof Heimeranplatz: der ADAC-Zentrale.

United Colors of Sauerbruch Hutton: ADAC-Zentrale

Als Sauerbruch Hutton Architekten das Gebäude planten, tobte in der Stadt gerade die Hochhaus-Debatte Die Firmenzentrale für die gelben Engel wurde kurzerhand etwas gestaucht – möglicherweise wirkt sie deshalb fast ein bisschen in die Breite gewachsen. Aber ansonsten bewährt sich auch mit der ADAC-Zentrale die Handschrift von Sauerbruch Hutton: farbenfrohe Fassade, ungewöhnliche Form, vorbildliche Energieperformance. Bei der Langen Nacht kann man sich auch vom durchdachten Raumprogramm im Inneren überzeugen.

Von der Gegenwart Münchner Architektur-Höhepunkte geht es dann mit der S7 (Haltestelle: Heimeranplatz) in die Zukunft – direkt am Ostbahnhof.

Hot Spot: Neues Stadtviertel am Ostbahnhof

Während sich die meisten Neubauvorhaben in München meist etwas außerhalb abspielen, entsteht hier ganz zentral, unweit der historischen Altstadt ein komplett neues Stadtviertel. Auf dem 38 Hektar großen, ehemaligen Industrie-Areal am Ostbahnhof sollen zukünftig 2.000 Menschen wohnen und mehr als 6.000 arbeiten. Über dieses letzte großflächige, innerstädtische Entwicklungsgebiet wird man in den nächsten Jahren wohl noch eine Menge hören – über den aktuellen Planungsstand kann man sich am 18. Januar in der Architektur-Lounge im Werk 3 der Kultfabrik an der Grafinger Straße aus erster Hand von Bauherren und Architekten informieren.

Einen Blick in die nähere Zukunft wirft man am besten mit der gelben Route der Langen Architekturnacht – vom Ostbahnhof mit der U5 zum Odeonsplatz und dann ab in den Shuttlebus und bis zur Hochschule für Film und Fernsehen fahren.

Hochschule für Film und Fernsehen

Bevor man den jüngsten Architektur-Neuzugang (Baujahr: 2011 / Architekt: Peter Böhm) im Museumsviertel von innen in Augenschein nimmt, lohnt sich der Gang über die Straße in Richtung Pinakothek der Moderne. Nicht unbedingt wegen der aktuellen Ausstellung des Architekturmuseums („Der Architekt“), die ab 20.00 Uhr sowieso geschlossen hat, sondern wegen des temporären Pavillons von Jürgen Mayer H., der gerade an der Ecke Türkenstraße / Gabelsbergerstraße entsteht. Ab Februar wird die erst vor zehn Jahren eröffnete Pinakothek saniert. Bis zum Abschluss der Bauarbeiten wird in der „Schaustelle“ – eine Überarbeitung von Jürgen Mayer H. Entwurf für die temporäre Kunsthalle in Berlin – ausgestellt. Im April soll es losgehen.

Nach diesem kleinen Spaziergang geht’s zurück in die HFF, wo sich der Besuch auch schon wegen des Nachtfilmprogramms der Studenten lohnen könnte. Vorher empfehlen wir aber noch eine weitere Station der gelben Route, weil sie mittlerweile zwar schon ein Klassiker, aber noch wie vor einer der charismatischsten zeitgenössischen Architekturikonen Münchens ist. 

Herz Jesu Kirche

Als Ort der Kontemplation und des Innehaltens öffnet sich die im Jahr 2000 erbaute Kirche zur Langen Nacht der Architektur. Dieses Bauwerk hat maßgeblich zum überregionalen Renommee des Münchner Büros Allmann Sattler Wappner beigetragen und zählt neben dem Dominikuszentrum von Meck Architekten (2010) und der Hauptsynagoge (2006 / Wandel, Hoefer und Lorch) zu den beeindruckendsten Sakralbauten der Stadt. 

Wer die Kirche nicht individuell besichtigen möchte, sollte diese Station an den Anfang seiner Langen Nacht legen: Um 19.30 Uhr führt Architekt Amandus Sattler durch das Gebäude. Es bleibt anschließend bis Mitternacht geöffnet.

Wer noch mehr neue Münchner Architektursehenswürdigkeiten sucht, dem sei von hier aus ein Abstecher jenseits der offiziellen Route empfohlen. Nur wenige U-Bahn-Stationen entfernt (Haltestelle: Rotkreuzplatz / U1, U7, Umstieg U3) liegt das Oberwiesenfeld – das frühere Olympische Dorf von 1972 und heutige Studentenwohnanlage. Im letzten Jahr erfuhren hier, direkt neben den Bungalows von Wirsing & bogevischs büro, die Alte Mensa (Sanierung: Muck Petzet Architekten) und das Wohnhochhaus (Sanierung: Knerer Lang) ein gelungenes Make-Over. Die studentische Bierstube in der Alten Mensa ist bis 2.00 Uhr geöffnet, für 3,90 Euro gibt’s am Freitag Gulasch von Tageskoch Adib. Wem das zu rustikal ist, dem sei ein Besuch im Schuhmann’s am Odeonsplatz oder in der Goldenen Bar im Haus der Kunst ans Herz gelegt.

(Franziska Eidner)

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